Ich habe meinen Spitfire Mk III im Dezember 2003 gekauft. So
sah er
damals aus (Grössere Bilder sind jeweils verlinkt).
Mit dieser Konzeption war der
Triumph Spitfire bereits bei seinem
Erscheinen nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Seine
Zeitgenosse
Alfa Spider zum Beispiel wirkt wie aus einer ganz anderen Zeit: freitragende
Karosse, 4 Scheibenbremsen, vollsynchronisiertes Getriebe, Leichtmetallmotor mit zwei obenliegenden
Nockenwellen. Das Layout des Spitfires wirkt dagegen -
drücken wir es
höflich aus - britisch traditionell. Den heutigen Besitzer
freut es,
die simple Technik ist einfach
zu warten, wenig Hohlräume
bedeuten wenig
Rost und vieles, was Anfang der 60er veraltet war, wirkt heute charmant.
Der Spitfire 4 verkaufte sich hervorragend., mehr als 45.000 Autos wurden
produziert bis 1962 der Mk II vorgestellt wurde. Der Motor erstarkte auf 67 PS, der
Innenraum wurde aufgewertet, neue Türgriffe und ein Grill mit
Querstreben waren die wesentlichen Unterschiede vom Vorgänger.
Vom Mk II wurden mehr als 37.000 Stück verkauft, bis 1967 die
Entwicklung weiter zum Mk III ging. Weitere Informationen zu den
frühen Spitfires und schöne
Bilder gibt es beim
1. SCD.
Mit nochmals vergrösserte Bohrung und erneut
überarbeitetem Zylinderkopf mobiliserte der alte SC-Motor nun
kerngesunde 75 PS. Das machte den Mk III zur schnellsten aller
Spitfire-Versionen, der Mk III erreichte immerhin 100 miles per hour.
(Mein Spiti hat leider einen Motor vom Mk IV.) Weitere
Änderungen waren ein Klappverdeck statt des vorher verbauten
Steckverdecks, nochmals aufgewerter Innenraum - sogar mit
serienmässig Holz. Ausserdem mussten die Stossstangen
höher gesetzt werden - eine Konzession an die amrikanischen
Sicherheitsvorschriften.
Die Meinungen über den Mk III gehen weit auseinander. Die
einen halten ihn, besonders wegen der hochgesetzten Stossstangen,
für stilistisch mislungen. Für andere ist er die
begehrenswerteste Version, da er die schöne originale
Karosserie, den besten Motor und eine deutlich höhere
Alltagstauglichkeit durch das Klappverdeck miteinander verbindet. Die
vorderen Stossstangen an meinem Spit sind nicht original - das
Mittelstück wurde von einem Vorbesitzer entfernt. Die
Ecken stehen ihm allerdings sehr gut - das Original ist wieder beim
1.
SCD zu sehen.




Inzwischen habe ich mit dem Spit viele schöne
Ausflüge
gemacht, zum Beispiel zum Grossglockner.
Alle
Bilder vom Ausflug zum Grossglockner gibt es
hier
65.000 Exemplare
später, im Jahr 1970, war es Zeit für eine umfassende
optische Modernisierung. Wieder wurde Maestro Michelotti engagiert.
Dabei entstand eine Karosse, die mit den Stilmitteln der 70er den
Spitfire neu interpretiert - deutlich weniger Chrom und deutlich
eckiger. Wesentliche Änderungen zum Mk III: Neue Karosse,
synchronisierter erster Gang, überarbeitete Hinterachse,
verbessertes Verdeck. Die Motorleistung sank aufgrund strengerer
Abgasvorschriften auf 63 PS. Vom Mk IV wurden 70.000 Stück gebaut.
1974 wurde der Spitfire ein letztes Mal kräftig modernisiert - immer
strengere Abgasvorschriften in den USA und sinkende Absatzzahlen waren
der Grund. Die Abgasvorschriften kosteten immer mehr
Leistung, das sollte durch eine erneute Hubraumerweiterung kompensiert
werden. Allerdings konnte der SC-Motor nicht weiter aufgebohrt werden,
die Hubraumerweiterung wurde durch eine weitere Erhöhung des Kolbenhubs erreicht.
Dadurch wurde der von vornherein leicht langhubig ausgelegte Motor zum extremen
Langhuber. Die Leistung stieg wieder auf 75PS, allerdings wurde der
Motor auch deutlich empfindlicher.
Die Fertigung des Spitfire endete im August 1980 nach über 18 Jahren und 314.152 produzierten Wagen.



Standard Triumph - und später
British Leyland - war eigentlich immer knapp bei Kasse. Das wurde im
Laufe der Bauzeit des Spitfire immer deutlicher und wirkte sich
immer stärker auf die Qualität der Wagen aus, besonders in
den 70ern war die Qualität teilweise abenteuerlich. Der Gipfel war
die Verleihung der "Gelben Zitrone" durch den ADAC für den
schlechtesten Neuwagen.
Das ist ein Grund für den schlechten Ruf, der dem Spitfire
lange anhaftete - der andere ist der Mangel an Pflege, den er durch
viele Besitzer erfuhr. Lange Zeit war der Spitfire das billigste
Cabrio, das als Neuwagen angeboten wurde und die Spitis wurden als
billige Kiste gnadenlos heruntergeritten.
Viele Spitfire, die bis heute überlebt haben, sind jetzt in
einem wirklich guten Zustand. Technisch sind heute für viele
Schwachstellen des Spit Verbesserungen verfügbar -
Elektrolüfter und der grössere Kühler der
Kalifornienversion, um das
etwas schwächliche Kühlsystem (zumidest für heutigen
Stop-and-Go Verkehr ungeignet) in den Griff zu bekommen, elektronische
Zündung, Ölkühler - dadurch ist er heute bei
vernünftiger Pflege wirklich zuverlässig.
Der Spitfire ist wirklich ein schöner Einstiegsklassiker -
bezahlbar, günstig im Unterhalt und uvergleichlich einfache und
überschaubare Technik. Und nicht zuletzt ist die
Ersatzteilversorgung ausserordentlich gut bei günstigen Preisen -
auch wenn die Ersatzteilqualität mitunter ein Problem war. Und die
Reize der Michelotti-Karosse wirken noch immer.
Umfassende Informationen
zum Spitfire und eine sehr empfehlenswerte Kaufberatung gibt es auf der Homepage vom
1. Spitfire Club
Deutschlands 